12. Montage
12.1 Grundlagen
Bevor ein Mainboard überhaupt in ein Gehäuse eingebaut werden
kann, muss man es bekanntlich aus der Verpackung nehmen - was durchaus zum
Problem werden kann. Viele sind sich nicht bewusst, was beim unachtsamen
Hantieren mit elektronischen Bauteilen passieren kann. Das Hauptproblem
liegt in der statischen Aufladung einer Person, die beim Kontakt mit
einem leitenden Bauteil eine elektrische Ladung an das Bauteil abgibt -
und es somit im schlimmsten Fall zerstören kann. Besonders
gefährlich ist dies bei Produkten mit offen liegenden Leiterbahnen-
oder Pins, wie Mainboards, CPU´s, Speichermodulen oder den offen liegenden
Platinen an der Unterseite von diversen Laufwerken.
Soweit die Theorie. In der Praxis ist das häufig alles halb so
wild; trotzdem sollte man auf eine halbwegs antistatische Arbeitsweise
achten. Also: Schuhe mit dicken Gummi-Sohlen ausziehen, möglichst
wenig Kleidungsteile übereinander anziehen (weil Reibung statische
Aufladung bewirkt; Rollis aus Polyester sind die Stromerzeuger
schlechthin). Vor dem Auspacken der Bauteile aus der (hoffentlich
vorhandenen) Antistatikhülle sollte man eine geerdete, möglichst
unlackierte, metallische Stelle im Haus anfassen, wie etwa einen
Heizkörper. So können die überschüssigen
Ladungen abfließen und man kann anfangen zu arbeiten. Nach der
Erdung sollte man natürlich nicht wieder 20m zurücklegen
müssen, denn durch Teppichböden etc. lädt man sich
wieder auf. Grundsätzlich schadet es auch nicht, die verwendeten
Bauteile möglichst an den Kanten und nicht auf den Leiterbahnen
anzufassen.
Beim Einbau braucht man grundsätzlich keine Gewalt anzuwenden,
lediglich Speichermodule (Kap. 12.3.3) und Kühler (Kap. 12.3.2)
bereiten beim Einbau häufig etwas mehr Probleme. Alle anderen
Bauteile sollten sich relativ leicht einbauen lassen. Also: Wenn etwas
hakt sollte man nachschauen, _wo_ es hakt und nicht immer weiter Druck
ausüben. Eine weitere beliebte Fehlerquelle sind die Anschlüsse
für Flachbandkabel wie IDE- und Floppy-Steckplätze. Hier gibt es
2 Möglichkeiten, den Stecker aufzustecken. Oft hilft ein Blick ins
Handbuch oder auf das Mainboard selber: wichtig ist die Stelle am
Steckplatz, wo die Leiterbahn 1 liegt. Sie ist häufig mit einer
kleinen "1" schräg über dem Steckplatz gekennzeichnet. Auf der
Seite, wo die 1 steht, muss die mit rot gekennzeichnete Leiterbahn des
Flachbandkabels liegen. Ausserdem haben die Floppykabel mehrere Abgriffe.
Dir Abgriffe vor der Kabeldrehung sorgen dafür, dass angeschlossene
Geräte automatisch zu Laufwerk "B:" werden, die Abgriffe hinter der
Drehung (also am Kabelende) erzeugen ein Laufwerk "A:", was i.d.R. korrekt
sein sollte. Wer verpolungssichere Kabel verwendet, die eine kleine
Plastiknase am Stecker besitzen damit sie nur in einer Richtung eingesetzt
werden können, erspart sich natürlich die Blicke ins Handbuch
und auf das Board. 80-polige ATA/66, ATA/100 und ATA/133 Kabel sind i.d.R.
genau so ausgeführt; hier ist lediglich zu beachten, dass der blaue
Stecker des Flachbandkabels auf das Mainboard (oder auf den Controller)
kommt und der schwarze Stecker an das Gerät angeschlossen wird.
|