5. Schnittstellen auf den Mainboards
5.18
Bluetooth
Intention für die Entwicklung von Bluetooth war es, eine neue
universelle und vor allem schnurlose Kommunikationsschnittstelle für eine
Vielzahl von Geräten (PDAs, Digicams, Handys, Notebooks etc.) zu schaffen.
Obwohl all diese Vorstellungen in Bluetooth eingegangen sind und auch
verwirklicht wurden, findet Bluetooth nur sehr langsam den Weg in die
entsprechenden Geräte. Immerhin gibt es seit Anfang 2002 endlich mehr als
nur eine Handvoll blütoothfähiger Gerätschaften. Bluetooth sendet maximal
etwa über eine Distanz von 10m, mit einer Bandbreite von 1MBit pro
Sekunde. Diese Bandbreite müssen sich jedoch alle Geräte im Funkbereich
teilen, da nur ein Kanal vorhanden ist.
Bluetooth ist technisch gesehen eine nahbereichs Funktechnik. Im Sinne
der Bluetooth-Spezifikation soll jedes Gerät mit einem x-beliebigen
anderen Bluetooth-Gerät kommunizieren können - soweit die Theorie. In der
Praxis sieht das leider noch anders aus, was aber wohl häufig am noch
frühen Stadium dieser Technik liegt. Ausserdem sind in Bluetooth
verschiedene Sicherheitsmechanismen eingearbeitet worden, was die
Kommunikation zweier Geräte erst nach häufig etwas aufwendiger
Abstimmungsarbeit, die deutlich komplexer als etwa bei WLAN ist,
erlaubt.
Grundlage der verschiedenen Anwendungen sind die so genannten Profile.
Diese legen Herstellerübergreifend fest, wie die Geräte untereinander
erkennen, welche Möglichkeiten vorhanden sind und wie diese zu nutzen
sind. Typische vordefinierte Profile sind:
- File Transfer Profile: Dient dem Austausch von Daten zwischen
Geräten, beispielsweise einer Notiz zwischen PDA und Notebook.
- Synchronization Profile: Ist eine spezialisierte Form des File
Transfers. Hier können Daten abgeglichen werden. Um die Kompatibilität
mit bestehender Synchronisatios-Software für IrDA zu wahren, gibt es eine
eigene Protokollschicht namens IrMC.
- LAN Access Profile: Gedacht, um Zugriffe auf Firmennetzwerke zu
ermöglichen. Hier muss ein Rechner als Bridge konfiguriert werden, der
einen Netzwerkanschluss besitzt (LAP, LAN Access Point). Man sollte
jedoch ob der geringen Bandbreite von 1MBit/s von Mega-Byte schweren
Übertragungen absehen - so werden höchsten lange Kaffeepausen
forciert.
- Ultimate Headset Profile: Ursprünglich nur als Ersatz des verkabelten
Head-Sets beim Handy gedacht, kann ein solches Bluetooth-Headset noch
mehr, wie etwa die Zusammenarbeit mit einem stationären Telefon oder
einem PC zwecks Diktat etc.
- Three-in-One Phone Profile: Kann mehr als die direkte Verknüpfung
zweier Head-Sets à la "Walkie-Talkie": Geräte mit Tastatur und Anzeige
können als Schnulostelefon wie bei DECT agieren, oder gar als reguläres
GSM- oder UMTS-Handy arbeiten.
- Serial Port Profile: Mit diesem eher universellen Profil soll es den
Entwicklern leicht gemacht werden, Anwendungen, die RS-232 nutzen, auf
Bluetooth abzustimmen oder umzustellen.
Bluetooth hat durchaus alles Nötige, um zum "Renner" bei allen mobilen
Anwendungen zu werden - sobald sich eine breite Unterstützung durch
Hardware (Chipsätze, AddOn-Karten, Geräte), und Software (Betriebssysteme,
Treiber etc.) findet.
Federführend bei der Entwicklung von Bluetooth ist die "Bluetooth Special Interest Group" (Bluetooth SIG), die unter http://www.blütooth.com zu finden ist. Die
Specs sind frei erhältlich. Weitere Infos zu Bluetooth gibt es auch noch
in der c't 9/01 Seite 100f und 1/02 Seite 116ff.
|