4. CPU-Kühlung
4.4
Mögliche Probleme mit der CPU-Kühlung
F: Direkt nach dem Einschalten steigt die Temperatur im BIOS auf Werte
von über 60° C, danach friert der Rechner ein.
A: Schalte sofort ab und überprüfe folgende Dinge:
- Wurde Wärmeleitpaste/ein Wärmeleitpad verwendet?
- Wenn du ein Wärmeleitpad verwendest: Hast du die Schutzfolie
entfernt?
- Ist der Kühler gerade aufgesetzt, existiert kein Luftspalt?
- Dreht sich der Lüfter?
- Sind keine Flachbandkabel direkt vor dem Lüfter?
F: Trotz meines immer gelobten Kühlers habe ich sehr hohe Temperaturen.
A: Überprüfe folgendes:
- Ist der Kühler richtig montiert (Wärmeleitpaste, gerade aufgesetzt)?
- Dreht der Lüfter, hat er "freie Bahn"?
- Existiert ein Luftstrom der warme Luft aus dem Gehäuse entfernt?
- Setzt du Gehäuselüfter ein? Die optimale Verwendung sieht vor, dass
Hinten warme Luft aus dem Gehäuse geblasen wird, Vorne sollte sie
einströmen.
F: Welche Temperatur ist normal beim Berieb?
A: Eine generelle Aussage kann nicht getroffen werden. Erstens variieren
die Messmethoden (Kapitel 4.2) und zweitens kann es vor allem bei externen
Messfühlern immer wieder zu Fehlmessungen kommen. Über den Daumen gepeilt
sind bei einer externen Temperaturmessung 0 bis 20 Grad zu der gemessenen
Temperatur hinzu zu addieren, um die Die-Temperatur grob abzuschätzen.
Manchmal erledigt das die Mess-Software (zu Teilen) selbstständig, sodass
kaum 2 verschiedene Systeme vergleichbar sind.
Die maximale Die-Temperatur ist in 3.3.2 aufgelistet. Diese sollte aber
im Normalbetrieb nie erreicht werden. Ein gut laufendes System sollte in
etwa bei maximal 85% der Maximaltemperatur betrieben werden, aber auch bei
höheren Temperaturen kann sehr wohl ein fehlerfreier und auch langfristig
problemloser Betrieb gewährleistet sein.
Ab wann der Temperaturwert aber wirklich als kritisch für das
Gesamtsystem anzusehen ist, hängt auch nicht allein von der CPU-Temperatur
ab - sie ist nur ein Indikator für Probleme. Eine CPU, die sehr viel Hitze
abgibt, muss auch in einem Gehäuse betrieben werden, wo die Hitze
entweichen kann. Die "Motherboard-Temperatur" ist dafür ein guter
Anzeiger. Ist zu viel heiße Luft im Gehäuse, kann weder die CPU effektiv
gekühlt werden, noch können anderen Komponenten problemlos betrieben
werden. RAM kann z.B. bei erhöhter Temperatur schnell Fehler produzieren,
die sich in Abstürzen zeigen. Einen generellen Grenzwert kann man nicht
geben - oberhalb von 40°C können möglicherweise die ersten Probleme
auftreten, 50°C erscheinen als vergelichsweise "heiß".
Fazit: Wenn eine recht hohe CPU-Temperatur gemessen wird _und_ Abstürze
eintreten, muss man etwas gegen die Hitze unternehmen. Bei hohen
Gehäusetemperaturen sollte man ebenfalls langfristig Abhilfe schaffen, da
sonst eventuell die Lebensdauer von Baülementen des Motherboards, wie
z.B. die der Elektrolytkondensatoren der Spannungsregler herab gesetzt
wird.
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